Handlungsorientierung      

 

Veränderungen von Gesellschaft und Lebensraum sowie eine von Medienkonsum geprägte Kindheit führen zu einer Verringerung sozialer Kontakte. Weiterhin verringern sich bei Kindern Umfang und Ausmaß von Eigentätigkeit und somit die Gelegenheiten, grundlegende Erfahrungen zu sammeln.  Dies bedeutet für die Kinder eine Entsinnlichung ihrer Umwelt. Über Medien wird die Umwelt lediglich symbolisch, also abstrakt angeeignet. Handlungsorientierter Unterricht soll dieser "Entsinnlichung" entgegenwirken. Mit dem Ziel, die Kluft zwischen Erfahrungswelt und Schule zu schließen, will der Unterricht den Kindern die Gelegenheit zur handelnden Auseinandersetzung mit lebensnahen Unterrichtsinhalten bieten und die Entwicklung von Handlungskompetenz fördern. 

 

Beispiel: Kinder bei handelnder Auseinandersetzung mit alten Schreibgeräten.

 

Das Verständnis für Lerninhalte soll über Sinnlichkeit, Erfahrungen, Tätigkeiten und Handeln erfolgen. Die gemeinsame Bearbeitung eines wirklichen Problems bewirkt eine kognitive aber auch emotionale Beteiligung, die den Lernprozess der Kinder anregen und in Gang halten soll. Denken und Tun verschränken sich sinnvoll. Die Nutzung der Sinne begünstigt den Lernprozess, denn das Ansprechen der Sinne motiviert und hilft der Speicherung neuer Erfahrungen. Es geht also nicht (nur) um Spaß, sondern um die motivationspsychologisch nachgewiesene Kopplung von Denken und Fühlen. 

 

 

 

 

In der Klasse 2a sind Kaninchen zu Besuch.

                  Genaues Betrachten und Beobachten sind wichtige Forschertätigkeiten.

 

Medien bilden nach unserer Betrachtungsweise keine Gegenwelt, sondern werden in den Unterricht eingebunden. Oberstes Lernziel ist es, das durch Forschen, Entdecken und Erkunden gewonnene Wissen nicht lediglich abzuspulen, sondern die Kinder zu Transferleistungen zu befähigen. Handlungsorientierter Unterricht realisiert das Prinzip des entdeckenden Lernens: Ein Problem wird zum Ausgangspunkt der Auseinandersetzung und bildet die Grundlage von motivierender "Forschertätigkeit". Der Unterricht wird von Schüleraktivitäten getragen und so ergeben sich - gemäß dem Prinzip der Schülerorientierung- als Konsequenzen Individualisierung und Differenzierung von Unterricht. Das Anknüpfen an die Interessen und Erfahrungen der Kinder fordert von uns Lehrern Offenheit im Hinblick auf Ziele, Inhalte, Methoden und nicht zuletzt Lernkontrollen.

 

Klasse 3a macht Wind.

  

Emotionen und Sinne werden angesprochen, Beispiel: Wir kochen eine Gemüsesuppe.

     

 

Zur Entwicklung ihrer Handlungskompetenz sollen die Kinder an der Steuerung des Lernprozesses  beteiligt werden. Die Kinder sollen auf diesem Wege lernen, die Organisation und die Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen.  Somit wird über den handlungsorientierten Unterricht unseren Zielsetzungen hinsichtlich dem Erwerb methodischer Kompetenzen und kooperativen Arbeitens Rechnung getragen (s. Erziehung). Als weitere Konsequenz leitet sich die Öffnung von Schule ab. Denn ein handlungsorientierter Unterricht mit vielfältigem Medieneinsatz, schülerorientierter Themenauswahl und Differenzierungsangeboten benötigt offene Unterrichtsmethoden, um sinnvoll gestaltet werden zu können.