Lesen / Umgang mit Texten



Die Diskussion um den Leseunterricht hat für unser Kollegium folgende Leitgedanken im Hinblick auf den Leseunterricht ergeben: 

Die Freude an Texten sowie die Bereitschaft, über eigene Texteindrücke sprechen zu wollen, sind bei Kindern stark abhängig von der Auswahl der Texte. Auch die Bereitschaft, sich mit verständniserschwerenden Stellen auseinanderzusetzen, ist zu einem großen Anteil von der Textauswahl abhängig. So ist es für uns wichtig, Lese- und Sprachbücher zu finden, die ein motivierendes Angebot an Lesetexten aufweisen. Wir arbeiten aktuell mit dem Lehrwerk „Tinto“ (Cornelsen), das in den Klassen 2-4 eingesetzt wird und der Fibel „Bausteine“ (Diesterweg). Diese Kombination hat sich aus positiven Erfahrungen mit beiden Lehrwerken ergeben und unsere Schüler und Kollegen sind immer wieder neu von der motivierenden Wirkung der Themen- und Textangebote begeistert.

Besonders das Nutzen von Texten z.B. in Form von Textvorträgen, Textumgestaltungen und Textinszenierungen sind für die Motivation von großer Bedeutung. Dazu bieten wir im Unterricht Gelegenheit durch Einstudieren von klasseninternen und klassenübergreifenden Theaterstücken (beispielsweise für St. Martins-Feierlichkeiten und Weihnachtsfeiern) und in Projekten.

Ein weiteres wichtiges Standbein für den Leseunterricht aller Jahrgänge ist die wöchentliche Antolin-Lesestunde. In den Klassenräumen, auf den Fluren, überall sitzen Kinder gemütlich zusammen und lesen. Die klasseneigene Bibliothek bietet hierfür eine große Auswahl an aktuellen, altersangemessenen Büchern, die alle im Antolin-Leseprogramm vorhanden sind. Unsere Schullizenz des Online Leseprogrammes „Antolin“ ermöglicht es unseren Schüler im Anschluss an ein gelesenes Buch, entweder in der Schule oder auch zu Hause mit einem fest vergebenen Benutzernamen und Kennwort online Verständnisfragen zu den gelesenen Büchern zu beantworten. So können Kind und Lehrer (sowie Eltern) erkennen, wie sicher das Kind den Sinn des Gelesenen selbstständig verstanden hat und über schriftliche Fragen beantworten konnte. So werden Punkte gesammelt und je nach Punktestand Urkunden vergeben. Das sinnerfassende Lesen wird dadurch enorm geschult und auch kleine „Lesemuffel“ entwickeln viel Ehrgeiz.

Die Auswahl der Methoden im Leselernprozess beeinflusst entscheidend die Entstehung von Leseschwäche. Wir bieten unseren Schülern stark differenzierte Zugangsweisen zu der Erschließung von Buchstaben und Lauten. Die Kinder lernen Buchstaben und Laute mit allen Sinnen kennen und „begreifen“ sie somit „mit Kopf, Herz und Hand“. Weiterhin bieten wir den Kindern durch die parallele Arbeit mit einer Anlauttabelle von den ersten Schulwochen an die Möglichkeit, sich die Geschwindigkeit des Lernprozesses im Schreiben und Lesen selbst zu bestimmen. Durch Nutzung der Anlauttabelle, die Buchstaben und Laute über Anlautbilder erklärt (z.B. das Bild eines Affen für A/a), können sich Kinder jederzeit selbst Buchstaben/Laute neu erschließen bzw. vergessene Buchstaben/Laute wieder in Erinnerung rufen.

Bereits ab dem ersten Schuljahr arbeiten die Kinder mit differenzierten Leseheften, sodass auch Schüler, die bereits lesen können, genug gefordert werden. Dabei geht es immer um das sinnerfassende Lesen, damit die Kinder lernen, das, was sie lesen, auch zu verstehen. Eine schöne Zusammenarbeit besteht hier mit der Elternschaft. Viele Eltern erklären sich bereit, als „Lesemutter“ oder „Lesevater“ die Lehrer zu unterstützen und mit einzelnen Kindern oder Kleingruppen das Lesen zu üben.

Im 3. oder 4. Schuljahr wird eine Lektüre gelesen. Alle Kinder lesen zur gleichen Zeit ein bestimmtes Buch, wodurch ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl erlebt werden kann. Der Austausch über das Gelesene, die Arbeit dazu auf Arbeitsblättern, in Gruppenarbeiten und in kleinen Projekten vertiefen das Gelesene.

Für leseschwache Schüler werden darüber hinaus in allen Jahrgangsstufen spezielle Fördergruppen angeboten, in denen Kinder mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten Unterstützung in ihrem Lernprozess finden. Die enge Zusammenarbeit mit dem schulpsychologischen Dienst gibt uns hier zusätzliche Diagnosehilfen und unterstützt mit nachmittäglichen Fördergruppen den Lernprozess leseschwacher Kinder.

Weiterhin besteht eine enge Kooperation mit der Stadtbücherei Velbert. Alle Klassen werden einmal im Schuljahr dorthin eingeladen, um an einem Buchprojekt teilzunehmen, bei dem es um Vorlesen, Basteln, Malen und Entdecken geht. Auch unabhängig von diesen Projekten besuchen die Kinder die Bücherei. Immer wieder werden Bücherkisten zu bestimmten Themen zusammengestellt, die dann einen Monat im Klassenraum bleiben dürfen und bei den Kindern regen Anklang finden.

Wichtig ist, dass die Kindern immer wieder erfahren können:

 

Lesen macht Spaß !