Unser Konzept des Rechtschreibunterrichts 
  

Angeregt durch die Diskussion um die tragfähigen Grundlagen des Rechtschreibens hat das Kollegium unserer Schule das Konzept des Rechtschreibunterrichts auf der Grundlage der Richtlinien und Lehrpläne überarbeitet und versucht, Ziele, Methoden und Leistungsbewertung für Kolleginnen und Eltern vergleichbar und transparent zu machen.

In der Diskussion ließen wir uns von folgenden Grundsätzen leiten:
Der Schüler will mit Eintritt in die Grundschule das Schreiben lernen. Beim „Freien Schreiben“ geben wir den Kindern von Anfang an Gelegenheit dazu. Zu dieser Zeit kann das Kind nicht normrichtig schreiben, es schreibt lauttreu. „Fehler“ werden noch nicht angestrichen, um das Kind nicht zu entmutigen. Ziel des Unterrichtes ist zu dieser Zeit, lauttreu und verständlich zu schreiben und die Schreibmotivation zu erhalten. Aus dem Bedürfnis, von anderen verstanden zu werden, wächst nach und nach die Bereitschaft, das Rechtschreiben zu lernen. 

Normgerecht müssen zunächst nur die Merkwörter geschrieben werden. Diese Wörter sollen für den Schüler bedeutsame Wörter sein. Sie werden geübt und dienen auch als Modellwörter, von denen die Schreibweise anderer Wörter abgeleitet werden kann oder an denen Regelungen entdeckt und geübt werden können

Daraus ergibt sich der Aufbau eines klassenbezogenen Wortschatzes, der nicht in allen Klassen gleich sein kann. Er muss es deshalb nicht, weil es nicht allein um das Erlernen einzelner Wörter geht, sondern jedes Wort kann als Modellwort dienen, an dem Muster und Regelungen entdeckt und geübt werden.

Beim Erlernen der Rechtschreibung bringen die Kinder unterschiedliche Voraussetzungen mit. Während die einen schon eigenaktiv mit Modellwörtern und Regelungen umgehen, brauchen andere gezielte Anleitung, um zur Normschrift zu finden. Dies berücksichtigen wir durch differenzierende Maßnahmen im Unterricht und bei der Leistungsbeurteilung. Fehler sind dabei keine Mängel, sondern sie dienen als Fenster zum Lernprozess, die sagen, was fehlt.

In den neuen Richtlinien und Lehrplänen werden für das Ende der Grundschulzeit neben Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen auch Einstellungen und Haltungen formuliert, die Schülerinnen und Schüler bis dahin erworben haben sollen. Diese seien hier stichpunktartig festgehalten.

        Fähigkeiten und Fertigkeiten

Wir haben im Kollegium unsere Methoden und Arbeitsmittel daraufhin überprüft, inwieweit sie die geforderten Fähigkeiten vermitteln. So wird deutlich, wie sich die Schwerpunkte in den verschiedenen Jahrgängen verlagern und welche Arbeitsmittel wir wann für geeignet halten, die notwendigen Grundlagen zu trainieren. Sie werden in einer Kartei gesammelt und sind so für alle Kollegen verfügbar. Die Schüler der Klassen 2-4 lernen mit dem Schülerbuch „Tinto“ und dem dazugehörigen Arbeitsordner. Hier fanden wir geeignete Übungsformen zum Erwerb der geforderten Methoden, z.B. auch die Arbeit mit den Merkwörtern und Möglichkeiten zum selbstständigen Üben im Ordner. Hier lernen die Kinder außerdem rechtzeitig, ihre Arbeitsblätter ordnungsgemäß abzuheften.

Im Rahmen der Evaluation des Rechtschreibunterrichts im vergangenen Jahr und den diesjährigen guten Ergebnisse der Vergleichsarbeiten haben wir uns auf einige zusätzliche Unterrichtsbausteine geeinigt, um die Rechtschreibleistung aller Schülerinnen und Schüler dauerhaft zu fördern. Dazu gehören regelmäßige Frühstücksdiktate in allen Jahrgangsstufen, der Einsatz des individuellen Diagnose- und Förderprogramms Online-Diagnose Deutsch in den Jahrgängen 2-4 und Wortspeicher bzw. Lernplakate in allen Fächern in pädagogisch sinnvollem Umfang. Weiterhin arbeiten wir in allen Jahrgängen mit den bewährten Selbstlernheften Rechtschreiben des Jahndorf-Verlags.

Die Rechtschreibleistung des Schülers zeigt sich dem Lehrer während des gesamten Unterrichtes sowohl beim Verfassen von eigenen Texten als auch beim Umgang mit Strategien, beim Ordnen und Nachschlagen von Wörtern und auch in speziellen Lernzielkontrollen.